Bunt sind schon die Wälder - Bäume pflanzen, schützen und pflegen

von Beate (Kommentare: 0)

Vom frischen grünen Blattwerk im Frühjahr hat sich das Laub der Bäume zum Herbst farblich stark verändert. Es erstrahlt in kräftigen Rot-, Gelb- und Orangetönen. Doch spätestens Ende November ist dieses Farbenspiel vorbei, dann haben die Laubbäume auch ihre letzten Blätter verloren.

Buntes Herbstlaub

Ihre grüne Blattfärbung verdanken die Blätter dem Farbstoff Chlorophyll, der wichtige Funktionen bei der Photosynthese übernimmt (dabei produzieren Pflanzen aus Wasser, Kohlenstoffdioxid und Lichtenergie den Zucker Glucose und Sauerstoff). Im Herbst findet dann im Blatt eine Umbauphase statt, denn die wichtigen Nährstoffe der Blätter werden vom Baum für sein Wachstum im nächsten Frühjahr benötigt. Deshalb entzieht er seinen Blättern vor allem Stickstoff und Phosphat. Dabei wird auch das Chlorophyll abgebaut. Der gelbe Farbstoff der Carotinoide wird sichtbar. Die Rotfärbung der Blätter bewirken dagegen die dunklen Pflanzenfarbstoffe, die Anthocyane.

Auch wenn sich die Prozesse, die für das Verfärben der Blätter verantwortlich sind, erklären lassen, geht von der Herbstfärbung der Blätter doch etwas Zauberhaftes aus.

Herbstzeit – Pflanzzeit für Bäume

Es gibt viele Gründe einen Baum zu pflanzen. Vielleicht suchst Du einen Schattenspender, willst Deinen Garten verändern, Früchte ernten oder Du hast einfach nur Freude an einem Baum. So unterschiedlich die Gründe auch sind, jeder neu gepflanzte Baum hilft das Klima zu schützen.

Beste Pflanzzeit für Bäume ist der Herbst. Bei frisch gesetzten Bäumen ist eine regelmäßige Bewässerung wichtig. Ein feuchter, kühler Herbst erspart Dir dabei eine Menge Arbeit.

Die Auswahl

Bei der Auswahl des Baums ist neben dem Standort auch der Abstand zur Grundstücksgrenze, zum Haus oder anderen Bäumen wichtig. Gut eignen sich Bäume, die in Deiner Gegend heimisch sind. Sie sind an den klimatischen Bedingungen angepasst und werden sich im Garten gut entwickeln. Doch auch Höhe des Baums und die Breite der Krone sind wichtige Kriterien, ebenso wie die Vorlieben des Baums für sonnige oder eher schattige Standorte.

Bei dem Boden spielt neben seiner Beschaffenheit auch sein Säuregehalt eine Rolle. Die Auswahl an Bäumen ist jedoch nur bei extrem sauren oder alkalischen Böden eingeschränkt. Außerdem vertragen die meisten Bäume keine Staunässe. Ausnahmen bilden Erle, Esche, Weide und Pappel, also Bäume, die auch an Seeufern und Bachläufen vorkommen.

Die Bäume, die ich bisher gepflanzt habe, waren nie höher als 2 m. Bei so jungen Bäumen ist noch keine Krone zu erkennen. Unsere Trauerweide und Eberesche sind ursprünglich Containerpflanzen. Eine weitere Eberesche, den Gingko und Birken habe ich aus Stecklingen im Topf über mehrere Jahre herangezogen und dann im Garten ausgepflanzt. Mit der Pflanzung sehr junger Bäume habe ich immer gute Erfahrungen gemacht, denn sie wachsen meist ohne Probleme heran.

Die Pflanzung

Mit dem Spaten wird die Pflanzgrube für den Baum ausgehoben. Sie muss ausreichend groß sein. Bei Bäumen mit Wurzelballen sollte die Grube etwa ein Drittel größer als der Wurzelballen sein. Hat der Baum keinen Ballen, werden die Wurzeln direkt vor der Pflanzung um etwa ein Drittel eingekürzt. Der Baum wird ins Loch gesetzt und der Boden rundherum eingefüllt. Damit sich die Erde gut verteilt, kann dabei immer wieder etwas am Stamm gerüttelt werden. Du solltest unbedingt darauf achten, dass der Baum genauso tief gepflanzt wird, wie er in der Baumschule oder im angelieferten Container gestanden hat. Die alte Standhöhe erkennst Du an der Verfärbung am Stamm.

Nach der Pflanzung wird kräftig gegossen. Dazu wird die Erde rund um den Stamm eingeschlämmt, damit der Baum gut anwächst. Beim Anpflanzen junger Bäume im Herbst verzichte ich auf Dünger, da sich die Wirkstoffe des Düngers negativ auf den Frostschutz des Baumes auswirken können. Es dauert etwa zwei Jahre bis der Baum fest verwurzelt ist. In dieser Zeit ist eine Bewässerung, insbesondere während langer Trockenperioden, immer wieder notwendig.

Die Sturmsicherung

Ein frisch gepflanzter Baum kann einem Sturm nicht viel entgegensetzen, so dass sich die heftigen Schaukelbewegungen bis in den Wurzelbereich fortsetzen. Dabei können die noch zarten Wurzeln abreißen.

Damit ein junger Baum, dessen Wurzeln noch nicht gut im Boden verankert sind, im Sturm standhaft bleibt und nicht in Schräglage gerät, erhält er eine Stütze in Form eines Holzpfahls, an den er mit einem Hanfstrick festgebunden wird. So erreichst Du, dass der Baum in Ruhe anwachsen kann. Der Strick wird in Form einer Acht um den Baumstamm und den Pfahl gelegt und abschließend am Pfahl verknotet. Dadurch wird der Baum stabilisiert, ohne dass das Seil den Stamm abschnürt.

Bei meinen kleinen Bäumen hat ein senkrechter Pfahl gereicht. Bei größeren Bäumen mit mehr Wurzelmasse sind meist zwei oder drei (Dreibock) Holzpfähle notwendig. Der Pfahl steht immer auf der Seite der Hauptwindrichtung, also der Westseite und etwa eine Handbreit vom Stamm entfernt.

Um zu verhindern, dass beim Einschlagen des Pfahls die Wurzeln des Baums beschädigt werden, kann der Pfahl auch vor der Pflanzung in den Boden geschlagen werden. Die Verankerung bleibt zwei bis drei Jahre am Baum.

Winterschutz für Winterharte

Insbesondere junge Bäume brauchen einen Schutz, um auch harte Winter zu überstehen. Bei Temperaturen unterhalb von -5 °C können auch Bäume durch Frost geschädigt werden. Ein ausgewachsener Baum hat einen natürlichen Winterschutz. Der besteht bei den Laubbäumen aus dem Abwerfen der Blätter, einer intakten Rinde und der Ausbildung von Substraten, die ähnlich wie ein Frostschutzmittel wirken.

Die Laubblätter besitzen auf ihrer Unterseite feine Poren, über die Wasser austritt. Das Wasser sorgt im Sommer für die Kühlung des Baums. Im Winter könnten sich dort Eiskristalle bilden, die das Blatt zerstören würden. Das ist ein Grund, warum der Baum die Blätter abwirft. Auch seine kahlen Äste schützen ihn, aufgrund der geringeren Traglast, vor Bruchschäden bei heftigen Schneefällen. Außerdem legt sich das abgefallene Laub wie eine schützende Decke über den Wurzelbereich des Baums.

Der Kalkanstrich des Baumstamms oder das Umwickeln mit Baumvlies oder Strohmatten verhindert Frostrisse. Sie entstehen meist im Frühjahr, wenn der Temperaturunterschied zwischen Tag und Nacht oft recht groß ist. Sonneneinstrahlung am Tag und Frost in der Nacht führt an der Stammseite, die der Sonne zugewandt ist, zu starken Spannungen. Ich verwende teilweise auch Kunststoffmatten, die großflächig durchlöchert sind, als Stammschutz. Sie schützen den jungen Stamm vor Fraßschäden durch Wildtiere, ebenso wie vor Sonne, Hitze, UV-Strahlen und Frost. Sie sind langlebig und wachsen mit.

Baumstämme frieren im Winter nicht durch, denn sie enthalten nicht so viel Wasser wie häufig angenommen wird. Ein Baumstamm ist aus verschieden Schichten aufgebaut, von denen nur das sogenannte Leitgewebe und Kambium mit Pflanzensaft gefüllt ist. Diese lebenden Anteile des Baumstammes bilden eine dünne Schicht unter der Rinde und sind auch die vom Frost bedrohten Teile des Baums. Wenn Zellsaft gefriert, dann zerstören die Eiskristalle die Gewebestrukturen und es entstehen Frostschäden. Doch die Bäume besitzen eine Art Frostschutzmittel. Dabei handelt es sich um Zuckerverbindungen und Eiweißstoffe im Zellsaft, die den Gefrierpunkt senken. Alle diese Eigenschaften unterstützen den Baum dabei, die Wintermonate unbeschadet zu überstehen.

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