Duftendes Maiglöckchen, schmackhafter Bärlauch – zum Verwechseln ähnlich

von Beate (Kommentare: 0)

Auch wenn sich Maiglöckchen und Bärlauch im Blattwerk ähneln, können die Unterschiede zwischen den beiden Pflanzen größer nicht sein und darin liegt auch die Gefahr. Die eine ist sehr giftig, auch wenn sie mit reizvollen Blütenständen und blumigen Duft besticht. Die andere ist mit ihrem würzigen, knoblauchartigen Aroma und Geschmack äußerst beliebt.

Das liebliche Maiglöckchen

Nur für kurze Zeit können wir uns an den reizenden Blüten der Maiglöckchen (Convallaria majalis) erfreuen. Der heimische Frühjahrsblüher mit seinem intensiven lieblichen Duft gehört zu den Klassikern im Garten.

Maiglöckchen kommen vor allem in West- und Mitteleuropa vor. Sie wachsen meist in großen Gruppen auf lichten Flächen in Buchenwäldern oder auf Wiesen. Ihr botanischer Name Convallaria majalis leitet sich vom lateinischen convallis für Talkessel und majalis für Mai ab, deshalb werden Maiglöckchen in England auch „Lily of the Valley“ genannt.

Robust und pflegeleicht

An halbschattigen bis schattigen Standorten mit einem feuchten, nährstoffreichen Boden fühlen sich Maiglöckchen wohl. Im Garten können sie gut zur Unterpflanzung laubabwerfender Gehölze verwendet werden, denn sie gedeihen in der Laubhumusschicht. Deshalb sollte dort das Laub auch nicht entfernt werden. Lässt Du die Maiglöckchen dort ungestört wachsen, wirst Du lange Freude an ihnen haben. Zusammen mit Vergissmeinnicht, Waldmeister, Elfenblume, Schaumblüte oder Immergrün bilden sie hübsch anzusehende Pflanzgemeinschaften. Doch auch als Schnittblumen sind sie gefragt. So werden in Frankreich am 1. Mai „muguets“-Sträußchen verschenkt, die das gesamte Jahr über Glück bringen sollen.

Maiglöckchen werden etwa 20 cm hoch. Im Frühjahr sprießen aus ihren Rhizomen lange lanzettförmige Blätter. Auffällig ist ihre glänzende Blattoberseite mit bogenförmigen Blattnerven. Zwischen den paarweise zusammengewachsenen Blättern sitzt der Blütenstängel. Er trägt im Mai bis zu 13 glockenförmige, weiße Blüten, die in eine Richtung weisen. Etwa ab Juli bilden sich kleine orange-rote Beeren, die die Samen enthalten. Sie sind für einige Vogelarten eine wertvolle Nahrungsquelle. Für Menschen sind dagegen alle Pflanzenteile des Maiglöckchens giftig.

Maiglöckchen sind pflegeleicht. Sie vertragen nur keine allzu sonnigen Standorte und müssen ausreichend gegossen werden, damit sie gut anwachsen. Im Herbst freuen sie sich über eine dünne Mulchschicht aus verrottetem Kompost.

Nach der Blüte bleiben ihre dunkelgrünen Blätter noch während der Sommermonate stehen und bilden eine geschlossene Decke über dem Boden. Einmal eingewachsene Maiglöckchenbestände sind ausgesprochen langlebig, so dass sie sich auch für schwer zu begrünende Baumscheiben unter laubabwerfenden Gehölzen eignen. Über ihre Rhizome breiten sich Maiglöckchen schnell aus. Um sie im Zaum zu halten, wird die bewachsene Fläche mit dem Spaten einfach verkleinert.

Du kannst sie auf diese Art auch vermehren. Gerade im Juni und Juli liegen die Wurzeln ziemlich flach im Boden, so dass sie sich leicht aus der Erde lösen lassen. Maiglöckchen sind so robust, dass ihnen eine Beschädigung der Wurzeln nichts ausmacht. Die Pflanzen können an anderen Standorten im Garten oder auch im Topf gepflanzt werden. Wird ein etwas 15 cm langes Wurzelstück im Herbst in Töpfe gesetzt und auf der Fensterbank vorgetrieben, entwickeln sich daraus schon bald etwa 5 neue Pflanzen. Nach der Blüte können sie in einen größeren Topf gesetzt oder ins Freiland ausgepflanzt werden.

Außergewöhnliche Sorten

Maiglöckchen Liebhaber könnten auch an Convallaria majalis „Rosea“ gefallen finden. Diese zartrosa blühende Sorte ist eine kleine Kuriosität. Auch Convallaria majalis „Striata“ das Gestreifte Maiglöckchen sucht seinesgleichen. Dieses zarte Pflänzchen ist vital und wuchsstark und bildet nach einiger Zeit mit seinen Ausläufern beachtliche Bestände. Wer ein Fan von Maiglöckchen Sträußen ist, bei dem darf die Sorte Convallaria majalis „Vierländer Glockenspiel“ im Garten nicht fehlen.

Der schmackhafte Bärlauch

Bei einem Frühjahrsspaziergang durch den Botanischen Garten der Ruhruniversität Bochum habe ich mich über die leichte Knoblauchnote in der Luft gewundert. Den Geruch verströmte der weiß blühende Bärlauch (Allium ursinum), der auch unter dem Namen „Wilder Knoblauch“ bekannt ist. Im Schatten unter Gehölzen befanden sich dort große Kolonien der Pflanze. Der botanische Name Allium ursinum stammt vom lateinischen allium, für Lauch und ursinus, für Bären. Im Volksglauben stand das Kraut nach dem Winterschlaf auf dem Speiseplan der Bären.

Bärlauch ist ein beliebtes Frühlingskraut, das zu den Liliengewächsen zählt. Deshalb ist es auch mit Knoblauch, Gartenzwiebel und Schnittlauch verwandt. In Europa ist das Kraut meist in Eschen-, Ahorn, Ulmen- und Eichenmischwäldern verbreitet und wird dort gerne als Wildgemüse gesammelt. Bärlauch, der humose Böden liebt, ist auch ein Nährstoffzeiger für mäßig feuchte bis feuchte und kalkreiche Böden.

Ab März zeigen sich bereits seine ersten noch hellgrünen Blätter, die etwa 20 cm groß werden und intensiv riechen. Nachdem sich im April die Knospen bilden, beginnt im Mai die Blütezeit des Bärlauchs. Die Pflanzen werden etwa 30 cm hoch. Ab Juni zieht sich die Pflanze bereits wieder, bis zum Austrieb im nächsten Frühjahr, zurück. Denn es wird ihr unter den austreibenden Bäumen und Sträuchern zu dunkel. Deshalb ist von März bis Mai die beste Erntezeit für Bärlauch.

Verwechslungsgefahr

Doch Vorsicht bei der Ernte, Bärlauch- und Maiglöckchenblätter sind sich sehr ähnlich. Der Verzehr der giftigen Maiglöckchenblätter kann zu Erbrechen, Übelkeit und Herzrhythmusstörungen führen. Weder Standort, noch Geruch, noch Haptik sind sichere Kriterien um Bärlauchblätter von Maiglöckchenblättern zu unterscheiden. Am besten hältst Du die Blätter gegen Licht, dabei wird Dir auffallen, dass die Blattnerven der Bärlauchblätter etwa einen halben Zentimeter weiter auseinanderliegen als beim Maiglöckchen. Dazu besitzen Maiglöckchenblätter mehr Blattnerven. Außerdem trägt der Maiglöckchenstängel ein braunes Hüllblatt, das dem Bärlauch fehlt.

Bärlauch im Garten und Kübel

Bärlauch lässt sich im Garten, aber auch auf der Fensterbank kultivieren. Dabei breitet sich der Wilde Knoblauch, wenn die Voraussetzungen stimmen, im Garten schnell (teilweise um das Zehnfache) aus. Deshalb reicht es mit zwei Pflanzen zu starten. Die Ausbreitung erfolgt danach über Brutzwiebeln und Selbstaussaat. Bei der Ernte sollte etwa die Hälfte der Blätter stehenbleiben, damit die Pflanze noch genug Energie fürs nächste Jahr speichern kann.

Bärlauch - schmackhaft und gesund

Dem Bärlauch werden ähnliche positive Eigenschaften wie dem Knoblauch nachgesagt. Beide Gewächse enthalten Alliin. Dabei handelt es sich um eine schwefelhaltige Substanz, die mit Luftsauerstoff zu Allicin, einem sogenannten natürlichen Antibiotikum, oxidiert. Aus diesem Grund wird Bärlauch immer geschnitten oder gehackt. Zudem soll er appetitanregend wirken und noch eine Menge anderer Eigenschaften besitzen, die sich positiv auf unseren Organismus auswirken. Neben etherischen Ölen und Spurenelementen enthält Bärlauch auch Vitamin C.

Das frische Kraut, dessen Geschmack milder als der des Knoblauchs ist, wird nicht nur gerne als Gewürz für Gemüse, Soßen und Suppen, sondern auch als delikate Auflage von Brot, Quark und Käse genutzt. Alle Pflanzenteile des Bärlauchs sind essbar, neben Blättern und Blüten auch Zwiebeln und Samen. Er sollte nur frisch verwendet werden, da sich beim Trocknen die schwefelhaltigen Öle verändern und er an Geschmack und Wirkung verliert.

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