Ein Topf voller Geranien – die Wiederentdeckung der Pelargonie

von Beate (Kommentare: 0)

Eine typische Sommerbepflanzung der Balkonkästen alter Bauernhäuser ist nach wie vor die Pelargonie, besser bekannt als Geranie. In den letzten Jahren ist sie etwas in Vergessenheit geraten. Doch Pelargonien haben sich besonders in diesem trockenen, heißen Sommer bewährt. Sie sind nicht nur pflegeleicht, sondern bestechen auch mit ihrem Blütenreichtum bis weit in den Herbst.

Die ersten Pelargonien kamen im 17. Jahrhundert aus Südafrika in die Niederlande. Von dort aus verbreiteten sich die Pflanzen im 19. Jahrhundert in ganz Europa. Pelargonien sind eine Gattung in der Familie der Storchschnabelgewächse (Geraniaceae). Der Name Pelargonie leitet sich aus dem griechischen Wort pélargos für Storch ab und beschreibt die storchschnabelartig verlängerte Form ihrer Früchte. Umgangssprachlich nennen wir die Pelargonie auch heute noch Geranie. Dieser Name ist aus einer botanischen Bezeichnung, jedoch einer falschen Gattung, abgeleitet. Erst im 18. Jahrhundert sind die Unterschiede zwischen dem Storchschnabel (Geranium) und der aus Südafrika stammenden Gattung Pelargonium erkannt worden. Doch die korrekte botanische Bezeichnung hat sich danach nicht mehr gegenüber der umgangssprachlichen durchsetzen können.

Pelargonien-Gruppen

Es gibt heute mehr als 400 Pelargonien-Sorten, die sich in Blütenfarben, Wuchsformen und Blattformen unterscheiden. Pelargonien wachsen buschig mit kräftigen Trieben, die mit der Zeit verholzen. Die meisten von ihnen sind zwar nicht winterhart, lassen sich aber leicht überwintern. Wer nur wenig Zeit für die Pflege seiner Topfpflanzen aufbringen kann und sich doch an üppig blühenden Sommerblumen erfreuen möchte, trifft mit Pelargonien die richtige Wahl.

Hängende Pelargonie

Am verbreitesten sind sicher die stehenden und hängenden Pelargonien (Pelargonium peltatum). Die hängenden Sorten sind auch unter dem Namen Efeugeranien bekannt. Im Gegensatz zu den samtig weichen Blättern der stehenden Pelargonien, sind die Blätter der hängenden Pflanzen glatt und mit einer Wachsschicht überzogen, die sie vor Verdunstung schützt.

Die hängenden Pelargonien werden etwa 30 cm hoch und bilden Blütenkaskaden aus überhängenden Trieben von bis zu 1,5 m Länge mit einfachen weißen, roten oder rosafarbenen Blüten, wie die der Serie „Cascade“. Hängende Pelargonien sind als Balkonschmuck beliebt. Sorten mit halb gefüllten oder gefüllten Blüten wachsen kompakter.

Stehende Pelargonie

Die aufrecht stehenden Pelargonien (Pelargonium x hortorum Hybriden oder Pelargonium zonale) sind sicherlich die bekannteste Gruppe. Sie schmücken meist die Kästen vor den Fenstern. Die stehenden Pelargonien können eine Höhe von bis zu 40 cm erreichen. Es gibt sie mit einfachen, halb gefüllten und vollständig gefüllten Blütenbällen in Weiß, Rosa, Violett und Rot. Teilweise besitzen diese Pelargonien ein besonders farbintensives Auge. Unter ihnen finden sich viele historische Sorten und Sorten mit außergewöhnlichen Blüten, wie z.B. die rosenknospige Pelargonie „Orange Bud“ oder die blassrosa „Cherie Maid“ mit roter Blütenmitte. Hinzu kommen zweifarbige Varianten wie etwa „Avenida Mosaic Purple“ mit unregelmäßigen pinkfarbenen Pünktchen und Streifen.

Eine Untergruppe der stehenden Pelargonien sind die Blattschmuck-Pelargonien mit schön gezeichnetem Laub. Sie waren besonders im England des 18. Jahrhunderts mit ihren kleinen zierlichen Blüten beliebt. Ihre Blätter sind häufig zwei- und dreifarbig, panaschiert oder mit auffälligen Zeichnungen versehen.

Stellar- oder Sternpelargonien sind neue Züchtungen mit sternförmigen Blüten. Ihre unteren Blütenblätter sind breit und gezackt, die oberen schmaler und gabelförmig. Auch ihre Blätter sind meistens sternförmig oder gezähnt, wie bei „Bonchurch“ oder „Clatterford“.

Duftpelargonie

Die Duftpelargonien (Pelargonium odorata) bestechen nicht mit ihrer Blüte, sondern mit dem Duft ihrer Blätter. Die Blätter verströmen bei Berührung eine Vielzahl von Düften, da dabei ihre ätherischen Öle freigesetzt werden. Dabei reicht die Palette der Düfte von Zitrus-, Apfel- über Rosen- bis zu Kräuteraromen wie bei“ Atomic Snow Flake“, die nach Rosen und Limonen duftet oder „Creamy Nutmeg“, mit dem Duft von Muskat.

Duftpelargonien werden gerne in der Kosmetikindustrie als Ersatz für Rosenöl verwendet. Mit ihrem Zitronenaroma sollen sie Mücken und Wespen vertreiben. Die Blätter und Blüten der Duftpelargonien sind essbar, wenn sie nicht chemisch behandelt wurden. Deshalb werden sie auch gerne in der Küche verwendet, wo sie Salaten mit ihren Zitrusaromen eine frische Note geben, mit ihrem Rosenaroma Süßspeisen verfeinern oder mit minziger Note den Erfrischungseffekt von Limonaden steigern.

Edelpelargonie

Die Edelpelargonie (Pelargonium x grandiflorum) ist auch unter dem Namen „Englische Pelargonie“ bekannt. Sie wurde aus den Wildarten Pelargonium x cucullatum, Pelargonium x grandiflorum und Pellargonium x anulosum gezüchtet und zählt zu den empfindlichen Pelargonien. Deshalb wurde sie lange Zeit hauptsächlich als Zimmerpflanze verwendet. Mit ihren großen Blüten erinnert sie an Azaleen. Edelpelargonien blühen als Kurztagpflanzen besonders intensiv im Herbst und Winter. Sie benötigen auch etwas mehr Wasser als andere Pelargonien, da ihre Blätter keine Verdunstungsschichten besitzen.

Inzwischen gibt es robustere Züchtungen, die auch für die Bepflanzung im Außenbereich geeignet sind. Ihr Standort sollte jedoch windgeschützt und regensicher sein. Edelpelargonien haben einen aufrechten, kompakten Wuchs. Typisch für sie sind ihre gezackten, hellgrünen Blätter und hübsch gezeichnete Blüten. Zu den Klassikern zählt „Lord Bute“ mit schwarz-lila Blüten und dunkelroten Rändern und Auge. Mit dieser extravaganten Farbe ist diese Pelargonie etwas Besonderes. Sie wächst schlank und aufrecht. Außergewöhnlich ist auch die Sorte „Mandarin“ mit großen lachsfarbenen Blüten, dunklen Flecken, hellem Rand und weißem Auge.

Die kleinen Schwestern der Edelpelargonien sind die reichblühenden Sorten „Angels“ mit ihren kleinen Blüten. Da bei der Züchtung Pelargonium x crispum einfloss, duften die Blätter der Sorten oft aromatisch, wie z.B. „Annsbrook Beauty“. Diese zierliche Angel-Pelargonie hat rotviolette Blüten mit dunklen Flecken und krause, weiß-geränderte Blätter, die ein feines Zitrusaroma verströmen. Angel-Pelargonien sind auch als Zimmerpflanzen geeignet.

Pelargonien für drinnen und draußen

Als Zimmerpflanzen sind Edel-, Angel- und auch Duftpelargonien ein dekorativer Raumschmuck. An einem hellen Platz sorgen sie im Sommer für Farbe und einen angenehmen Duft im Wohnbereich. Auch mit einzelnen Geranienstielen in der Vase oder in einem Blumenstrauß erzielst Du eine schöne Wirkung.

Im Außenbereich haben Pelargonien eine außergewöhnlich hohe Fernwirkung. Doch ebenso gut eignen sie sich für Blumenampeln oder andere Gefäße auf der Terrasse. Insbesondere Sorten wie Stellar- oder Sternpelargonien, mit ihren sternförmigen Blüten und Blättern oder Angels wirken schön in kleinen Töpfen z.B. als Tischdekoration. Eine Kombination aus hängenden und stehenden Pelargonien sorgt für ein üppiges Erscheinungsbild. Auch Farbspiele aus z.B. dunkelroten und rosafarbenen Pelargonien ziehen die Blicke auf sich.

Farblich passende Verbenen, Strauchmargeriten, Weihrauchpflanzen oder Elfenspiegel als Begleitpflanzen heben die Wirkung der Pelargonien besonders schön hervor. Auch Kräuter, mit ähnlichen Standortansprüchen wie die der Pelargonien, eignen sich als Begleitpflanzen. Dazu zählen Lavendel, Salbei und Rosmarin.

Gesunde und blühfreudige Pelargonien

Ab Mitte Mai können die Pelargonien ins Freie. In einigen Gartencentern werden im Frühjahr günstige Jungpflanzen angeboten, mit denen ich auch gute Erfahrungen gemacht habe.

An sonnigen bis halbschattigen Standorten mit nährstoffreicher Erde fühlen sich Pelargonien wohl. Je mehr Sonne sie erhalten, umso mehr Blüten bilden sie. Die Pflanzgefäße, die eingesetzt werden, sollten auf jeden Fall mit einer guten Dränage ausgestattet sein. Ich verwende Kunststofftöpfe mit Wasserabzugslöchern, auf denen ich Tonscherben lege, bevor ich die Erde einfülle. Da die Pflanzen einen hohen Nährstoffbedarf haben, dünge ich die Pelargonien schon bei der Pflanzung mit einem organischen Langzeitdünger. Im Juli dünge ich meist noch einmal nach. Die Pflanzen benötigen viel Wasser, vertragen jedoch keine Staunässe. Deshalb lieber häufiger wenig gießen. So kannst du auch Krankheiten besser im Zaum halten. Damit es bei feuchtem Wetter nicht zu Schimmelbildung an den Pflanzen kommt, sollten verwelkte Blüten regelmäßig ausgeputzt werden. Außerdem regst du so die Blütenneubildung an. Pflegeleicht sind die Pelargonien der Serie „Cascade“. Bei ihnen ist ein Ausputzen nicht nötig.

Gut vorbereitet in den Winter

Die meisten Pelargonien sind kälteempfindlich, doch lassen sie sich leicht überwintern. Vor den ersten Frösten werden die Pflanzen kräftig zurückgeschnitten (auf etwa 10 cm), so dass pro Seitentrieb nur zwei oder drei verdickte Knoten stehenbleiben. Im Anschluss werden alle Blätter entfernt. Die Pflanzen werden aus dem Topf genommen und die lockere Erde entfernt, ohne dabei die feinen Wurzeln stark zu beschädigen. Nachdem Du die Pflanzen in einen Topf gestellt hast, werden die Wurzeln mit einem Gemisch aus Sand und Erde bedeckt. Bei 5 °C bis 10 °C können die Pflanzen an einem hellen Ort überwintern. Während dieser Zeit werden sie nur leicht feucht gehalten. Mitte Mai kommen die Pflanzen wieder ins Freie. Zuvor setzt Du sie in neue Töpfe mit frischer Erde.

Leichte Vermehrung über Stecklinge

Aus den abgeschnittenen Trieben können Stecklinge gezogen werden. Der beste Zeitraum für die Stecklingsvermehrung ist zwischen Juli und August. Der Schnitt für den Steckling wird direkt unterhalb eines Blattansatzes glatt durchgeführt. Blätter, Knospen und Seitentriebe werden am Steckling entfernt. Dann wird er etwa 2 cm tief in kleine Töpfe mit Anzuchterde gesteckt. Die Erde andrücken und leicht gießen. An einem warmen, hellen Standort sollten nach etwa 4 Wochen die ersten Blättchen sprießen.

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