Gestaltung von Garten und Kübeln mit Ziergräsern

von Beate (Kommentare: 0)

Mit ihren vielfältigen Wuchs- und Blütenformen sind Ziergräser nicht nur ein Gestaltungselement im Garten, sondern auch ein ruhender Pol in farbenfrohen Blütenbeeten.

Die filigranen Blattformen der Gräser bereichern unsere Staudenbeete, da sie einen schönen Kontrast zu den großblättrigen Stauden bilden. Im Herbst ist dann für die meisten von ihnen die hohe Zeit, wenn sich ihre Blätter verfärben und in den prächtigsten Farben zeigen. Doch auch im Winter sind mit Raureif überzogene Gräser immer noch reizvoll. Durch ihre dauerhafte Wirkung gehören Ziergräser zu wichtigen Gerüstbildnern in Pflanzungen. Mit ihren auffälligen Strukturen und Texturen lassen sich blütenarme Zeiten im Staudenbeet leicht überbrücken.

Obwohl die Gräser mit über 10.000 Arten eine der größten Familien in der Botanik bilden, ist nur ein kleiner Teil von ihnen in den Gärten vertreten. Ihre meist unspektakulären Blüten waren häufig die Ursache. Doch die formale Architektur hat die Ziergräser als Formengeber und Strukturbildner wiederentdeckt. Einige Ziergräser starten mit ihrem Wachstum bereits in der kühlen Jahreszeit und zeigen im Frühjahr ihre Blüten. Zu ihnen zählen viele unserer heimischen Waldgräser. Andere benötigen dagegen viel Wärme und treiben entsprechend spät aus. Diese Gräser zeigen sich zum Ende des Gartenjahres von ihrer schönsten Seite.

Ziergräser für jeden Geschmack

Gräser sind nicht nur eine Bereicherung für den Garten, sondern auch für Balkon und Terrasse, denn sie eignen sich gut zur Bepflanzung von Schalen und Kübeln. Dort kommen vor allem die kleineren Ziergräser wie der Blauschwingel (Festuca cinera), der nur etwa 15 cm hoch wird, die ca. 40 cm hohe Fuchsrote Segge (Carex buchananii) oder das Neuseeland-Wind-Gras (Anemanthele lessoniana) mit einer Höhe von etwa 70 cm zum Einsatz.

Ziergräser gibt es für jeden Standort, so dass Du für Deinen Gestaltungsstil immer passende Gräser in verschiedenen Wuchshöhen, Farben und Blütenständen finden wirst. Unabhängig davon haben sie alle eine Gemeinsamkeit: Die schmale, längliche Blattform. Bei Deiner Auswahl solltest Du jedoch darauf achten, ob es sich um ausläuferbildende Ziergräser, die gerne größere Flächen überwuchern (wenn sie nicht aufgehalten werden) oder horstbildende Arten handelt, die in dichten Büscheln auf begrenztem Raum wachsen.

In den blütenarmen Zeiten geben die Ziergräser mit ihren reizvollen Formen einem Beet Struktur und bieten schöne Blickfänge. Dabei sind sie robust und pflegeleicht. Einige Gräser bestechen mit extravaganten Blüten, wie Riesen-Federgras (Stipa gigantea), Chinaschilf (Miscanthus sinensis), Lampenputzergras (Pennisetum alopecuroides) oder Hainsimse (Luzula). Andere Gräser fallen dagegen mit den reizvollen Formen ihrer Rispen, Ähren oder Grannen auf. Besonders auffällige Fruchtstände bilden Federgräser (Stipa) und Morgensternsegge (Carex grayi).

Gräser besitzen auch ein breites Farbspektrum. Neben verschiedenen Grüntönen, finden sich auch unter ihnen Vertreter mit gelben, blaugrünen oder roten Blattfärbungen, wie die Gelbbunte  Palmwedel-Segge (Carex muskingumensis), das Japanische Blutgras (Imperata cylindrica), die Fuchsrote Segge (Carex buchananii)  oder die Rutenhirse (Panicum vigatum).

Ziergräser und ihre Wirkung

Besonders schön kommen Gräser in Gruppen zur Geltung. Neben den polsterförmigen Wuchsformen, wie den borstig wachsenden Schwingeln (Festuca) gibt es auch überhängende Arten, wie das Federborstengras (Pennisetum)  und aufrecht wachsende Gräser, wie das Reitgras (Calamagrostis). Kompakte Gräser werden gerne für kleine Flächen genutzt, hohe Gräser werden dagegen als Solitärgewächs, Sichtschutz oder für die Hintergrundbepflanzung eingesetzt. Eine schöne Kombination bilden z.B. Chinaschilf und Pampasgras (Cortaderia selloana) im Hintergrund und Raugräser (Achnatherum calamagrostis) wie Zotten-Raugras und Glänzendes Raugras im Vordergrund.

Da die Farben der Gräser zurückhaltend sind, dämpfen sie besonders kräftige Blütenfarben anderer Pflanzen im Beet. An sonnigen Standorten wirken vor allem filigrane Ziergräser wie Wollhaargras (Melinis) und Zittergräser (Briza) mit Stauden-Sonnenblumen und Dahlien. Lamperputzergras kommt zusammen mit Steppen-Salbei , aber auch mit Rittersporn und Phlox sehr schön zur Geltung.

Mit ihren beweglichen Wedeln verleihen die Gräser einer Anpflanzung mehr Leichtigkeit. Die sich besonders im Zusammenspiel mit Wind und Wasser zeigt. Diese drei Komponenten schaffen eine beruhigende Atmosphäre. Gerade im Herbst wirken Beete und Rabatten mit Gräsern weiterhin dicht und in sich geschlossen. Deshalb bleibt auch in dieser Jahreszeit das harmonische Gesamtbild des Gartens erhalten.

So ist eine Pflanzung aus immergrünen Zwergkoniferen zusammen mit Gräsern, wie Lampenputzergras, Japanischem Blutgras und Riesen-Federgras sowohl im Herbst, als auch im Winter reizvoll. In Kombination mit späten Blühern wie Fetthenne, Aster, Schafgarbe erzielst du eine besonders kontrastreiche Wirkung.

Eine Kombination aus Ziergrasfläche mit Stauden sind die sogenannten Präriegärten. Sie erreichen ihren optischen Höhepunkt im Herbst und Winter, wenn die Schönheit der Staudenbeete schon längst verblasst ist. Den Stil eines Präriegartens machen Pflanzengruppen aus, die jeweils aus nur einem Pflanzentyp bestehen und ineinander übergehen. Dazu wird eine große Anzahl an Pflanzen benötigt wie Echinacea, Fetthenne, Rasen-Schmiele, Blutweiderich und Wasserdost. In kleinen Gärten hat sich bei der Anlage eines Präriegartens eine Fläche in Form eines Tropfens bewährt. Die Pflanzen der Präriegärten benötigen einen feuchten, durchlässigen Boden, der nur leicht gedüngt werden darf, damit sie nicht zu hoch werden und umkippen.

Auf dem Balkon findet sich immer noch ein Platz für schlanke Gräser, wie dem Lampenputzergras mit borstigen Ähren, dem Pfeifengras (Molinia) mit filigranen Blüten oder der ausdauernd blühenden Draht-Schmiele (Deschampsia flexuosa). Zwischen Heidekraut oder als Unterpflanzung von Hochstämmchen eignet sich das Bärenfellgras (Festuca gautieri). Auch Seggen dürfen nicht fehlen. So passt die Morgensternsegge in das sumpfige Feuchtbiotop im Pflanztrog. Die Fuchsrote Segge liebt den sonnigen Standort auf dem Balkon und die Japansegge mit ihren gestreiften Blättern den eher schattigen Standort.

Ziergräser - anspruchslos und pflegeleicht

An einem offenen sonnigen Standort mit durchlässigem Boden fühlen sich die meisten Gräser wohl. Ein zu schwerer Boden wird mit etwas Sand durchlässiger, dazu wird noch etwas Kompost in den Boden eingearbeitet. Nach der Pflanzung werden die Gräser im ersten Jahr regelmäßig gegossen. Danach gießt Du nur noch bei Bedarf, da Gräser in der Regel trockenheitsresistent sind. Um ihre Wurzeln nicht zu beschädigen, solltest Du auf eine Bodenbearbeitung mit einer Hacke verzichten.

Auch wenn viele Gräser winterhart sind, werden ihre Halme nicht im Herbst abgeschnitten, denn sie übernehmen die Funktion des Winterschutzes. Gräser reagieren empfindlich auf nasse Winter, da sie ursprünglich trockene und durchlässige Böden gewohnt sind. Bei hohen Gräsern wie etwa dem Pampasgras wird der Kopfteil der Horste zusammengebunden, so dass das Innere der Pflanze trocken und auch vor Wind geschützt bleibt.

Gräser in Kübeln werden im Winter mit Jute und einer Unterlage aus Styropor vor Kälte geschützt. Ihre Erde wird zusätzlich mit Laub oder Reisig abgedeckt. An frostfreien Tagen darf das Gießen nicht vergessen werden, damit die Gräser über den Winter nicht vertrocknen.

Ein kompletter Rückschnitt erfolgt im zeitigen Frühjahr, bevor die Pflanzen neu austreiben. Dann werden die vertrockneten Blütenstände der Gräser mit dem gesamten Horst bis kurz über dem Boden zurückgeschnitten, dadurch wird der neue Wuchs gefördert. Bei den immergrünen Ziergräsern werden meist nur die abgestorbenen Blätter entfernt. Auch die Vermehrung der Gräser durch Teilung erfolgt im Frühjahr. Dazu wird kurz vor dem neuen Austrieb ein Stück vom Pflanzenhorst mit dem Spaten abgestochen und an anderer Stelle wieder eingepflanzt.

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