Kriechspindel und Dickmännchen – Immergrüne Bodendecker für sonnige und schattige Lagen

von Beate (Kommentare: 0)

An sonnigen und schattigen Plätzen im Garten dürfen Kriechspindel und Dickmännchen nicht fehlen, denn sie sind robust, pflegeleicht und immergrün.

Mit kleinen grünen Blättern, die je nach Sorte häufig weiß-grün oder gelb-grün panaschiert sind, sorgt die Kriechspindel für Abwechslung an sonnigen und halbschattigen Plätzen. Das Dickmännchen zieht eher Schatten oder Halbschatten im Garten vor. Dort besticht es mit seinen formschönen Blättern und im Mai mit weißen Blütenständen.

Vielseitige Kriechspindel

Die Spindelsträucher (Euonymus) gehören zu einer sehr alten Pflanzenfamilie den Spindelbaumgewächsen. Davon gibt es heute etwa 170 Arten. Neben kleinen Bäumen und sommergrünen Sträuchern, wie dem Pfaffenhütchen, gehören auch die immergrünen Kriechspindeln (Euonymus fortunei) dazu. Die langsam wachsenden Pflanzen breiten sich entweder über kriechende Bodenzweige aus oder klettern mit Hilfe ihrer Haftwurzeln bis zu vier Meter an Baumstämmen und Mauern empor. Die verholzenden Gewächse lassen sich leicht an ihren vierkantigen Zweigen erkennen und den meist kleinen, rundlichen bis ovalen Blättern. Im Herbst und Winter färbt sich ihr Laub zartrosa.

Insbesondere die Sorten mit mehrfarbigen Blättern sind schöne Blickfänge im Garten. So kannst Du sie als Kletterer für triste Mauern, als kleine Hecke für Beeteinfassungen oder als Bodendecker zur Begrünung großer und kleiner Flächen einsetzen.

Pflegeleichte Kriechspindel

Buntbelaubte Kriechspindeln bevorzugen eher halbschattige Standorte, da sie an zu dunklen Plätzen ihre bunte Belaubung verlieren und vergrünen. Ein durchlässiger Boden ist optimal, da Kriechspindeln keine Staunässe vertragen. Gegossen werden sie nur, wenn die obere Erdschicht trocken ist. Die immergrünen Kriechspindeln können ohne Probleme mit der Heckenschere in Form gehalten werden. Sie vertragen sogar Verjüngungsschnitte bis ins alte Holz, so dass sie sich optimal als Kletterpflanze für Pergolen oder als Bodendecker für Beeteinfassungen eignen. Vermehrt werden sie am besten über Stecklinge. Dazu werden die unteren Blätter der Stecklinge entfernt, bevor sie im Hochsommer in die Erde gesetzt werden. Im folgenden Frühjahr können sie dann an ihren eigentlichen Standort gepflanzt werden.

Die Kriechspindel und ihre Sortenvielfalt

Im Frühjahr oder Herbst werden Kriechspindeln gepflanzt. Dabei wird ein Abstand von etwa 25 cm eingehalten.  Pro m² werden etwa vier Pflanzen benötigt. Da der Strauch recht langsam wächst, erreichst Du erst nach etwa vier Jahren mit ihnen eine durchgängige Begrünung.

Kriechspindel mit gelbgrünen Blättern

Zu den bekanntesten Sorten der Kriechspindel zählt „Emerald’n Gold“ mit ihren bunt panaschierten Blättern. Durch die goldgelben Blätter mit nur wenig Grünanteil hat diese Sorte eine enorme Leuchtkraft. Bei uns bedeckt „Emerald’n Gold“ eine große Fläche in einem Strauchbeet. Vor Jahren habe ich dort einige Ableger der Kriechspindel gesetzt, um den Giersch zu verdrängen. Es ist geglückt, die Kriechspindeln haben sich durchgesetzt und wirken mit ihrem leuchtend gelbgrünen Laub weitaus dekorativer als der Giersch. Etwa einmal im Jahr gehe ich mit der Heckenschere über die Fläche um sie in Form zu bringen, das war's. Auch in frostigen Wintern verliert der Bodendecker nicht an Attraktivität, dann verfärbt sich sein Laub leicht rosa.

Die Blätter der Kriechspindel sitzen an langen Trieben, die sich über den Boden ziehen. Auf diese Weise lassen sich mit ihr auch große sonnige und halbschattige Flächen leicht begrünen. In Pflanzschalen kannst Du mit „Emerald‘n Gold“ die Wirkung der Bepflanzung steigern, indem Du die Kriechspindel mit weiß blühenden Stauden wie Margeriten, Astern oder Heidegewächsen kombinierst oder sie Ton in Ton mit gelb blühenden Staudensonnenblumen oder Frauenmantel pflanzt. Auch in Verbindung mit anderen Immergrünen, die sich in Höhe, Blattfarbe und –form von „Emerald’n Gold“ abheben, erzielst Du ganzjährig eine schöne Wirkung.

Daneben verleiht die Kriechspindel als Kletterpflanze dunklen Mauern und Zäunen eine frische Note. Ein Rückschnitt Ende Februar fördert den kompakten Wuchs der Pflanze. Ansonsten kann sie ganzjährig immer wieder in Form geschnitten werden. Sie ist robust und frosthart und bietet dazu Igeln und Insekten ein prima Winterquartier.

Kriechspindel mit weiß-grünen Blättern

Eine Sorte, wie die weißbunte Kriechspindel „Silver Queen“ ist in erster Linie ein Bodendecker, da sie gern niederliegend und kriechend wächst. Ihre Blätter sind mittig dunkelgrün und besitzen einen weißen Rand. „Silver Queen“ eignet sich für sonnige und auch halbschattige Standorte, ebenso wie die Sorte „Harlequin“ mit ihren weiß-grün panaschierten Blättern. Der kleine Zwergstrauch wird nur 30 cm hoch, dafür umso breiter. Er ist sehr robust und auch frosthart.

Robuste Kriechspindel auch im Schatten

Die Blätter von Euonymus fortunei var. radicans treiben hellgrün aus, verfärben sich dann dunkelgrün mit hellgrünen Adern. Im Herbst erhalten die etwa 4 cm langen Blätter dann eine rotbraune Färbung. Der robuste, frostharte Strauch ist für sonnige und halbschattige Lagen sehr gut geeignet. Du kannst mit Kriechspindeln z.B. Terrassen abgrenzen. Wir nutzen die Kriechspindel zur Abdeckung der unschönen Kunststoffränder eines Teichbeckens. Die langen Triebe der Kriechspindel legen sich so dicht über den Rand, dass er darunter verschwindet. Damit die Triebe des Strauchs nicht zu stark in den Teich wachsen, schneide ich sie einmal im Jahr zurück.

Kriechspindeln für die Pflanzschale

Wie die meisten Kriechspindeln eignet sich Euonymus fortunei var. radicans auch für die Kübelbepflanzung, doch die bessere Wahl ist die kleinblättrige Kriechspindel „Minimus“. Sie bleibt mit 20 cm sehr niedrig und wächst polsterförmig bis zu einer Breite von 40 cm. „Minimus“ ähnelt mit ihren dunkelgrünen Blättern und hellgrünen Adern Euonymus fortunei var. radicans, nur sind ihre Blätter kleiner und rundlicher. „Minimus“ ist ebenfalls gut schnittverträglich und unempfindlich gegen den Wurzeldruck anderer Pflanzen. Leider reagiert sie empfindlich auf Kahlfröste und sollte im Winter gut geschützt werden.

Auch die Sorte „Silverstone“ ist mit ihrem polsterförmigen Wuchs von nur 20 cm sehr gut für Pflanzschalen geeignet. Zumal sie mit ihren dunkelgrünen, weiß gesprenkelten Blättern, die reinweiß austreiben, besonders dekorativ ist. Bemerkenswert ist auch ihre Herbstfärbung. Die Blätter verfärben sich nicht nur zart rosa, sondern erhalten neben verschiedenen Grüntönen auch eine kräftig pinkfarbene Färbung. „Silverstone“ ist sehr genügsam, benötigt aber in rauen Lagen wie „Minimus“ einen Winterschutz. Sie friert im Winter teilweise zurück und verliert auch ihre Blätter, treibt aber im Frühjahr wieder aus.

Dickmännchen - anspruchslos und hart im Nehmen

Das Dickmännchen (Pachysandra terminalis) ist ein sehr beliebter Bodendecker für schattige Plätze im Garten. Mit ihrem dekorativen Blattwerk verschönert die pflegeleichte und anspruchslose Pflanze dunkle Flächen im Garten. Seine Heimat hat das Dickmännchen in den Wäldern Japans und Chinas. Inzwischen findet es sich auch in vielen europäischen Gärten. Sein botanischer Name Pachysandra terminalis (griechisch pachýs für dick und andrós für Mann) ist auf sein auffallend dickes männliches Geschlechtsorgan, seinen Stempel zurückzuführen.

Der Halbstrauch wird etwa 30 cm hoch und eignet sich als Flachwurzler bestens zur Unterpflanzung von Gehölzen. Mit seinen Rhizomen (unterirdischen Ausläufern) breitet er sich dort mattenartig aus. Ein nährstoffreicher, feuchter Boden an einem schattigen Platz ist für Dickmännchen ideal. Ist der Standort zu sonnig, färben sich seine Blätter gelblich.

Auch im Winter besticht der immergrüne Bodendecker mit seinen ovalen, fleischigen und ledrigen Blättern, deren Blattrand häufig in der oberen Hälfte gezähnt ist. Seine hohe Zeit ist von April bis Mai, wenn sich die kerzenartigen, weißen Blüten öffnen. Sie kommen zusammen mit dem dunklen Grün der Blätter besonders schön zur Geltung.

Damit sich schnell eine geschlossene grüne Decke bildet, werden etwa acht Pflanzen pro m² benötigt. Dickmännchen sind sehr robust, unempfindlich gegen Wurzeldruck, Schädlingen und Frost. Sie sind zwar schnittverträglich, benötigen jedoch keinen regelmäßigen Rückschnitt wie andere Bodendecker. Es reicht aus, sie etwa alle vier Jahre zu stutzen.

Die Sorte Pachysandra terminalis var. compacta wird nur 15 cm hoch und wächst besonders dicht. Für einen halbschattigen Standort eignet sich Pachysandra terminalis var. variegata. Diese Sorte hat mit ihren weiß geaderten, grünen Blättern einen hohen Zierwert.

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