Lupinen - dekorative und nützliche Blütenstauden

von Beate (Kommentare: 0)

Mit ihren aufrechten, kerzenförmigen Blütenständen sind Lupinen fantastische Zierpflanzen. Sie werden auch gerne als Gründünger und die Süßlupinen als Nahrungsmittel für Mensch und Tier verwendet.

Lupinen (Lupinus), auch als Wolfsbohnen bekannt, kamen Anfang des 19. Jahrhunderts aus dem Westen Nordamerikas nach Europa. Seitdem wachsen sie als Wildstauden in Deutschland. Neben den einjährigen Lupinen, gibt es auch mehrjährige Arten.

Im Garten sind meist die Zuchtformen der mehrjährigen Vielblättrigen Lupine (Lupinus polyphyllus) vertreten.  Diese samenechten Hybriden verdanken wir dem Züchter George Russel. Auf ihrem Samen baut die Züchtung der sogenannten Westcountry-Hybriden der Züchterin Sarah Conibear auf. Die Westcountry-Lupinen sind robust und besonders standfest. Dazu bestechen sie mit einem reichen Blütenflor und vielen neuen Farbkombinationen.

Ihre handförmig gefiederten Blätter, die imposanten Blütenkerzen und ihr schnelles Wachstum macht die Lupine bei Gärtnern sehr beliebt. Die etwa 1 m hohen ein- oder mehrfarbigen Blütenrispen in Gelb, Blau, Weiß, Violett und Rosa bringen von Juni bis August Farbe ins Beet. Außerdem sind Lupinen ein guter Lückenfüller, denn sie vermehren sich durch Selbstaussaat.

Lupinen als Nutzpflanzen

Von Ende Juni bis Juli erstrahlen weite Flächen Islands in hellem Blau. Für den überwältigenden Anblick sorgt die Alaska-Lupine. Diese Lupine kam 1945 nach Island, um die Bodenerosion aufzuhalten und die mageren Böden mit Nährstoffen anzureichern, was ihr auch gelang. Bergrutsche sind seltener geworden, ebenso wie Staubstürme. Gleichzeitig hat die Alaska-Lupine die kargen Böden mit Stickstoff angereichert. Doch während dieser Zeit hat sie sich auch ausgebreitet. So stark, dass Island jetzt das Wachstum seiner überwiegend niedrig wachsenden einheimischen Kräuter, Moose und Flechten bedroht sieht.

Hier in Deutschland wird die Lupine gerne als Gründüngungspflanze, sowohl in der Landwirtschaft als auch im Gemüsegarten genutzt. Sie sorgt in zweierlei Hinsicht für eine Bodenverbesserung. Die Knöllchenbakterien (Rhizobien), die an den oft bis zu 2 m langen Pfahlwurzeln der Lupinen sitzen, binden den Stickstoff aus der Luft und lösen einen Teil des Phosphats im Boden. So wird der Boden auf natürliche Weise mit Stickstoff und Phospat angereichert. Außerdem lockern die kräftigen Wurzeln der Lupinen den Boden auf. Zum Einsatz kommen meist die Gelbe Lupine (Lupinus luteus) oder die Weiße Lupine (Lupinus albus), die zu den Süßlupinen zählen. Außerdem ist die Lupine auch eine wichtige Insekten-Nährpflanze.

Lupinen gehören wie Erbse und Erdnuss zur Familie der Hülsenfrüchtler. Als Nahrungsmittel kommen nur die Samen der Süßlupinen in Betracht, denn die Samen der wilden Lupinen und Gartenlupinen enthalten Lupinin. Dabei handelt es sich um einen giftigen Bitterstoff, der zum Tod durch Atemlähmung führen kann. Deshalb bezieht sich der Name Süßlupine nicht auf einen süßen Geschmack, sondern auf die Abwesenheit dieses Bitterstoffes. Lupinen enthalten hochwertiges Eiweiß und sind seit Ende des 20. Jahrhunderts mit Einführung der „Blauen Süßlupine“ auch nicht mehr so anfällig für Krankheiten und Schädlinge.

Lupinen als Blickfang

In den Staudengärten herrscht die Russel-Hybride (Lupinus polyphyllus) vor. Doch auch die Westcountry-Lupinen sind auf dem Vormarsch. Diese mehrjährigen Lupinen wie z.B. die rotviolette „Masterpiece“ sind besonders winterhart und besitzen standsichere Stängel.

Mit ihren oft zweifarbigen Blüten in pastelligen Tönen lassen sie sich sehr schön mit Stauden und Sommerblumen kombinieren. Optisch besonders reizvoll wirken Gruppen ab drei Lupinen vor Hecken oder Gehölzgruppen.

Lupinen in Kombination mit Sommerblumen sorgen für auffällige Blumenbeete in kräftigen Farben. Dazu bieten sich Lupinen wie die Russel-Hybride „Edelknabe“ oder die Westcountry-Hybride „Red Rum“ mit ihren karminroten Blüten an. Auch gelbe Lupinen, wie die Russel-Hybride „Kronleuchter“ und die goldgelbe Westcountry-Hybride „Desert Sun“ sorgen für leuchtende Farben im Beet.

Staudenbeete lassen sich dagegen besser mit zurückhaltenden Farben gestalten. Eine gute Wirkung erzielst du mit der Russel-Hybride „Kastellan“, mit zweifarbiger Blütenrispe aus blauen Flügeln und cremeweißer Fahne oder der Westcountry-Hybride „Manhattan Light“ mit roten Flügeln und gelber Fahne. Auch zarte Rosatöne machen sich gut, z.B. die der Russel-Hybride „Schlossfrau“ mit weißer Fahne und rosa Flügeln oder die der rosafarbenen Westcountry Lupine „Persian Slipper“. Natürlich gehören auch die weißen Lupinen ins Beet. Westcountry-Hybride „Polar Princess“ und die cremeweiße Russel-Hybride „Fräulein“ verschmelzen harmonisch mit anderen Blütenfarben in der Rabatte.

Hübsche Zusammenstellungen erzielst Du mit kontrastreichen Formen oder luftig-leichten Gewächsen, wie Akelei, Zierlauch und Gräsern. Doch auch in Kombination mit Pfingstrosen, Mohn, Stockrose, Bart-Iris und Margeriten kommen Lupinen sehr schön zur Geltung. Am besten platzierst Du die Lupinen in der zweiten Reihe des Beets. Dort werden sie nach der Blüte von halbhohen Blühern wie Astern, Frauenmantel und Storchschnabel verdeckt.

Lupinen eignen sich auch gut als Schnittblumen. Ob als üppiger Strauß, als einzelner Stiel oder zusammen mit anderen Sommerblumen, sie sind immer ein dekorativer Vasenschmuck.

Lupinen als pflegeleichte Beetstauden

An sonnigen Standorten erscheinen die Farben der Lupinen besonders intensiv. Sie bevorzugen kalkarme und nicht zu nährstoffreiche Böden. Dort sind sie auch standfest. Lupinen vertragen weder Staunässe noch zuviel Dünger, der sie anfällig für Schädlinge und Krankheiten macht.

Die verblühten Blütenstände entfernst Du am besten, bevor die Lupine Samen ansetzt. Die daraus gewonnene Kraft nutzt sie meist für eine zweite Blüte. Außerdem unterstützt das Auflockern des Bodens rund um die Pflanzen die Blühfreudigkeit. Im Frühjahr sind die jungen, zarten Triebe der Lupinen bei den Schnecken sehr beliebt, deshalb solltest Du sie unbedingt vor ihnen schützen.

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