Sträucher, die der Buchsbaumzünsler nicht mag

von Beate (Kommentare: 0)

Vor etwa zwei Jahren hat der Buchsbaumzünsler auch die Buchsbaumpflanzen in unserem Garten entdeckt. Mit biologischen Spritzungen und Einsatz eines Neem-Düngers kann ich die Pflanzen zwar vor größeren Fraßschäden schützen, doch wage ich nicht neue Buchsbaum-Gehölze zu pflanzen.

Deshalb habe ich mich im letzten Winter für Pflanzen interessiert, die sich als Ersatz für den Buchsbaum eignen. Von ihnen habe ich mir im Frühjahr versuchsweise einige Exemplare bestellt und an verschiedenen Standorten im Garten gepflanzt.

Ilex crenata - die Japan-Hülse

Wie der Buchs ist Ilex crenata, der auch als Japan-Hülse bekannt ist, immergrün und gut schnittverträglich. Im Gegensatz zu den heimischen Stechpalmen sind die Blätter der Japan-Hülse kleiner und ohne Stacheln. Obwohl Ilex crenata dem Buchs sehr ähnelt, kann er leicht anhand des stärkeren Glanzes und der Stellung seiner Blätter vom Buchsbaum unterschieden werden. Die Blätter des Ilex crenata sind wechselständig, also versetzt und nicht wie beim Buchs gegenständig (zwei Blätter stehen sich genau gegenüber) angeordnet.

Die japanische Hülse liebt einen sonnigen bis halbschattigen Standort. Zuviel Schatten führt zu einem lockeren Wuchs. Auch wenn der Ilex winterhart ist, sollten seine feinen Wurzeln als Kübelpflanze vor Frost geschützt werden. Dazu umwickelst Du den Topf am besten mit einem Jutesack oder einer Kokosmatte. In nährstoffreicher Erde fühlt sich der Ilex wohl. Was er nicht mag, sind schwere, kalkhaltige Böden.

Ilex crenata „Stokes“

Diese japanische Hülse ist besonders kleinwüchsig, deshalb habe ich sie direkt im Anschluss an meine Buchshecke, die als Beeteinfassung dient, gepflanzt. Die Blätter sind klein und glänzend und passen sich dem Buchs sehr schön an. Da es sich um eine männliche Ilex-Sorte handelt, wird sie keine Beeren tragen.

„Stokes“ bevorzugt nährstoffreiche, durchlässige Böden. Er mag keine Staunässe. Positiv ist, dass die Pflanze kaum anfällig für Pilzerkrankungen ist.

Dieser Ilex eignet sich gut für den Kugelformschnitt. Sein Wuchs ist strauchartig, dicht und langsam. Die maximale Höhe und Breite des Strauchs liegt bei etwa 80 cm. Der Zuwachs beträgt etwa 5 cm pro Jahr. An einem sonnigen bis halbschattigen Platz wirkt er auch während der Wintermonate sehr dekorativ.

Ilex crenata „Convexa“

Ihren gewölbten Blättern verdankt diese Japan-Hülse ihren zweiten Namen „Löffel-Ilex“. Wie kleine Tropfen sitzen die Blättchen an den Zweigen der Büsche. Der frostharte, immergrüne Löffel-Ilex ist äußerst anspruchslos und sehr schnittverträglich. Er wächst locker, aufrecht und kann bis zu 1,5 m hoch und 80 cm breit werden. Durch einen starken Schnitt wird bei „Convexa“ die Verzweigung gefördert, ansonsten würde er in seiner natürlichen Form trichterartig wachsen.

Der Ilex ist sowohl als Heckenpflanze als auch als Formgehölz geeignet. Außerdem kommt er als Unterpflanzung hoher Bäume sehr schön zur Geltung. Die Blättchen, die im Austrieb hellgrün und später dunkelgrün sind, fühlen sich ebenso hart an wie die des europäischen Ilex. Im späten Frühjahr erscheinen winzige weiße Blüten am Strauch, aus denen sich kleine Beeren entwickeln. Die im September noch violetten Beeren verfärben sich bis November schwarz.

Mit sonnigen, halbschattigen und sogar schattigen Standorten kommt der Löffel-Ilex gut zurecht. Der Boden sollte immer leicht feucht und möglichst neutral sein. Zuviel Kalk verträgt auch „Convexa“ nicht. Ansonsten ist der Ilex sehr robust und widerstandsfähig gegen Pilzerkrankungen.

Formschnitte werden wie bei allen anderen Pflanzen im Mai vorgenommen. Im August folgt lediglich ein Pflegeschnitt.

Ilex crenata „Green Lustre“

Ebenfalls immergrün und winterhart ist die japanische Hülse “Green Lustre”. Sie besitzt sehr schöne dunkelgrüne Blätter und eine fast kugelige Wuchsform. Da sie flächig und dicht wächst, eignet sich diese Sorte gut für niedrige Hecken und Formen. „Green Lustre“ wird etwa 50 cm hoch und bis zu 1 m breit. Die kleinen, weißen Blüten, die sich im Juni öffnen, sind ebenso unauffällig wie die darauf folgenden schwarzen, beerenartigen Früchte.

Zusammen mit kleinblättrigen, auffällig blühenden Rhododendren bildet „Green Lustre“ einen reizvollen Kontrast. Der Ilex eignet sich auch gut für die Kübelbepflanzung, sowie für Heide- und Steingärten. Ich habe meine drei kleinen Pflanzen am Ende einer Rabatte so zusammengepflanzt, dass sie sich bei regelmäßigem Formschnitt bald in eine grüne Kugel verwandeln werden.

„Green Lustre“ liebt durchlässige, leicht feuchte Böden. Werden die Blätter der Pflanzen gelb, ist das meist ein Zeichen für einen zu kalkhaltigen Boden. An windgeschützten Standorten in Sonne oder Halbschatten fühlt sich der Ilex wohl. Fraßschäden brauchst Du bei dem Ilex nicht fürchten, da die gesamte Pflanze für Tiere ungenießbar ist.

Rhododendron micranthum „Bloombux®“

Eine besondere Alternative zum Buchs, ist Rhododendron „Bloombux®“. Dieser kleine Strauch mit seinem dichten, kompakten Wuchs und den herrlich rosafarbenen Blüten ist aus einer Kreuzung zwischen Rhododendron micranthum und Rhododendron hirsutum entstanden.

Seine immergrünen Blätter sind denen des Buchsbaums sehr ähnlich. Die kleinen, spitz zulaufenden Blätter sind im Austrieb hellgrün und gehen allmählich in ein sattes Grün über. Reibst Du die Blätter zwischen den Fingern, verströmen sie einen angenehm würzigen Duft.

Rhododendron „Bloombux®“ ist winterhart und schnittverträglich. Im Juni erscheinen unzählige kleine, rosafarbene Blüten, die dicht zusammenstehen. Die etwa 20 cm hohe Pflanze hat bereits in ihrem ersten Sommer bei mir üppig und lange geblüht. „Bloombux®“, der nach etwa 10 Jahren eine maximale Höhe von 70 cm erreicht, wird als kleine Heckenpflanze z.B. für Beeteinfassungen empfohlen. Ich habe den Rhododendron-Zwerg als Kübelpflanze für halbschattige Standorte vorgesehen.

Ein weiterer Vorteil dieser Züchtung ist neben ihrer Anspruchslosigkeit auch ihre Kalktoleranz. An einem sonnigen bis halbschattigen Platz mit durchlässigem Boden fühlt sich der kleine Busch wohl. Da er gut schnittverträglich ist, eignet er sich auch für Formschnitte. Doch der Rückschnitt sollte unbedingt direkt nach der Blüte erfolgen, da sich jeder spätere Schnitt negativ auf die Blüte des nächsten Jahres auswirken würde.

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